Kirchenmusik
Choralschola
Die Pflege des gregorianischen Chorals

Unsere Schola besteht aus 10 Sängern, die sich als Aufgabe gesetzt haben, den Choralgesang (das ist der Gesang, den man typischerweise von den Mönchen in den Klöstern kennt), in unserer Gemeinde aber auch im Pfarrverbund wieder mehr zu integrieren.
Wir treffen uns donnerstags nach der Probe des MGV (ca. 21.30-22.30 Uhr) im Pfarrheim St. Peters und Paul in Medebach, Schulstr. 5, Medebach.
Regelmäßig gestalten wir Gottesdienste in unserer Pfarrkirche.
Wir freuen uns über jeden, der mitmachen will. Es ist keine Vorbildung nötig.
Für mehr Informationen steht Ihnen unser Kirchenmusiker Werner Komischke, Tel. 02982 921787, email w.komischke@musident.de zur Verfügung.

 

 
Choralschola während des Probenabends

Der gregorianische Choral in unserem Gottesdienst

Mit dem Begriff "Gregorianischer Choral" bezeichnet man den einstimmigen liturgischen Gesang der lateinischen Kirche. Die Wurzeln dieses Gesanges reichen bis zu den frühen jüdischen Gesängen zurück, wobei auch nichtliturgische Gesangstraditionen Einfluss auf diese Musik hatten. Dass Papst Gregor (550-604) sie mit Hilfe des Heiligen Geistes notiert hat, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Es gibt Vertonungen für die feststehenden Messteile (Ordinariumsgesänge), wie z.B. Kyrie und Gloria, sowie für die veränderbaren Messteile (Propriumsgesänge) wie beispielsweise der Introitus (Eingangsgesang).

Bevor diese Musik aufgeschrieben wurde, gingen Mönche von Kloster zu Kloster und sangen den jeweiligen Leitern die Gesänge so lange vor, bis sie sie auswendig konnten. Dieses zog sich über Jahrhunderte hinweg. Erst ab dem 10. Jahrhundert konnte die Musik aufgeschrieben werden mit einer eigenen Notenschrift, die viel feingliedriger und differenzierter war als unsere heutige. Wir können diese Schreibweise mit der eines Nachrichtensprechers, der Höhen und Tiefen in seine Textmelodie einträgt, vergleichen. Diese Zeichen nennen wir "Neumen" (Wink).  Die Gedächtnisleistung der damaligen Mönche muss enorm gewesen sein, da es erstaunlich wenige Abweichungen von Ort zu Ort gab. Es war ihnen also außerordentlich wichtig, diese Musik so gut wie möglich weiterzugeben.

Als man dann "immer bessere" Notationsmöglichkeiten fand, reduzierte sich die Musik stark in ihrer Differenziertheit.  Das, was davon übrig geblieben ist, sieht man in unserem Gesangbuch. (GL 401-424). Die runden Noten geben nicht mehr als die Tonhöhe an. Es ist damit vergleichbar, als wenn wir einen spannenden Krimi, monoton, Wort für Wort, vorlesen würden.

Dass wir heute kaum noch diesen lateinischen Gesang in unseren Gottesdiensten haben, wird oft als Errungenschaft des 2.Vatikanischen Konzils gesehen. Das ist ein Irrglaube, da das letzte Konzil dem gregorianischen Choral den ersten Stellenwert als liturgischen Gesang gegeben hat.

Öfters höre ich von anderen, dass der gregorianische Choral mit dem finstersten Mittelalter, Kreuzzügen, kurz gesagt, mit der unschönsten Zeit unserer Kirchengeschichte gleichgesetzt wird und somit keinen Platz in der Liturgie haben sollte. Wenn wir aber unsere Andreaskapelle betrachten, so finden wir sie  schön, obwohl auch sie gute und schlechte Zeiten der Kirchengeschichte miterlebt hat, und kämen nie auf den Gedanken, sie abzureißen.

Der gregorianische Choral ist die Grundlage der gesamten abendländischen Musik und viele Gesänge sind über 1000 Jahre alt. Ich habe davor Respekt und sehe es auch als eine meiner Aufgaben, dieser Musik ihren Platz zu geben, genau so wie dem "neuen geistlichen Lied".

Interessant ist es, zu beobachten, wie in unserer doch sehr hektisch gewordenen Zeit, die Unterhaltungsmusik sich des meditativen, ruhigen Charakters des gregorianischen Chorals bedient.

Vielleicht gehen Sie bei dem nächsten Choralamt mit noch offeneren Ohren und Herzen in den Gottesdienst und lauschen einfach diesen "fremden und eigentümlichen" Gesängen. Ich freue mich darüber, dass wir eine "stattliche Gruppe" in unserer Gemeinde haben, die mir dabei hilft, diese Musik am Leben zu erhalten.

Ihr Kirchenmusiker - Werner Komischke

 


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